Jeder Monat Leerstand kostet. Wer Gewerbeflächen vermietet, kennt das: Die Kaltmiete fehlt, die Nebenkosten laufen weiter, und bei jedem Tag ohne Mieter wird die Rechnung länger. In Karlsruhe und Umgebung beobachte ich immer wieder, dass gerade bei Büro- und Ladenflächen die Zeit zwischen Auszug und Neuvermietung unnötig lang wird – nicht weil die Immobilie schlecht wäre, sondern weil Interessenten sich kein realistisches Bild machen können, bevor sie vor Ort waren.
Leerstandskosten bei Gewerbeimmobilien: Was Vermieter in Karlsruhe wirklich zahlen
Nehmen wir eine durchschnittliche Bürofläche in Karlsruhe: 150 Quadratmeter, 12 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter, macht 1.800 Euro im Monat. Dazu kommen Nebenkosten, Grundsteuer, eventuell Kreditzinsen. Drei Monate Leerstand bedeuten schnell 6.000 bis 8.000 Euro Ausfall – und das ist eine konservative Rechnung.
Bei Ladenflächen in guten Lagen wird es noch teurer. Dazu kommt: Gewerbemieter entscheiden nicht spontan. Ein Restaurant-Betreiber, der neue Räume in der Innenstadt sucht, vergleicht mehrere Objekte, plant um, kalkuliert Umbaukosten. Wenn Ihr Exposé nicht sofort überzeugt, ist er beim nächsten Angebot – ohne dass Sie je davon erfahren.
Warum klassische Exposés bei Gewerbeflächen nicht ausreichen
Fotos zeigen Ausschnitte, Grundrisse sind zweidimensional, und Beschreibungen bleiben abstrakt. Was ich bei Immobilienverwaltern in der Region immer wieder höre: Interessenten melden sich, vereinbaren einen Termin – und sagen dann nach fünf Minuten vor Ort ab, weil die Raumaufteilung doch nicht passt oder die Deckenhöhe zu niedrig ist. Das kostet Zeit, Anfahrt, Koordination mit dem Vormieter oder Hausmeister.
Bei Wohnimmobilien kann man das noch verschmerzen. Bei Gewerbe ist jeder unpassende Termin teurer: Der Interessent ist oft selbst Unternehmer, kommt aus dem laufenden Betrieb, bringt vielleicht seinen Architekten oder Steuerberater mit. Wenn die Fläche dann doch nicht passt, haben alle Beteiligten Zeit verschwendet.
Ein 360° Rundgang filtert unpassende Anfragen heraus, bevor sie zu Terminen werden. Das spart nicht nur Zeit – es sorgt dafür, dass die Interessenten, die dann wirklich kommen, bereits eine konkrete Vorstellung haben und ernsthaft interessiert sind.
360° Rundgang: Vorabqualifizierung spart Besichtigungszeit
Wenn ich für eine Gewerbefläche in Ettlingen oder Bruchsal scanne, erstelle ich einen vollständigen digitalen Zwilling der Immobilie. Interessenten können sich am Bildschirm durch alle Räume bewegen, Raumhöhen einschätzen, die Lage von Fenstern, Anschlüssen und Sanitärbereichen prüfen. Sie sehen die Fläche so, wie sie wirklich ist – nicht geschönt, nicht aus der besten Perspektive, sondern realistisch.
Das hat einen direkten Effekt: Wer nach dem virtuellen Rundgang einen Besichtigungstermin anfrägt, kommt mit konkreten Fragen. Nicht mehr: Wie ist denn die Raumaufteilung? Sondern: Kann ich die Zwischenwand im hinteren Bereich entfernen? oder Wie sind die Leitungen für die Küche verlegt? Solche Gespräche führen schneller zum Abschluss.
Was Interessenten im Rundgang wirklich prüfen
- Raumaufteilung und Flächenzuschnitt: Passt mein Bürokonzept? Kann ich hier einen Empfangsbereich einrichten?
- Lichtverhältnisse: Wie viele Fenster gibt es, wo fällt Tageslicht ein? Gerade bei Büros entscheidend.
- Zustand und Ausstattung: Sind Böden, Wände, Sanitäranlagen in einem Zustand, der wenig Renovierung erfordert?
- Laufwege und Logistik: Wie komme ich vom Eingang ins Lager? Wo ist der Lastenaufzug? Bei Einzelhandel und Gastronomie wichtig.
- Atmosphäre: Wirkt die Fläche einladend, großzügig, modern? Das entscheidet oft unbewusst mit.
Praxisbeispiel: Bürofläche in Karlsruhe-Durlach mit virtueller Tour schneller vermietet
Ein Verwalter aus Karlsruhe hatte eine Büroetage in Durlach im Angebot: gut geschnitten, aber in einem Altbau mit verwinkelten Fluren und unterschiedlichen Raumhöhen. Klassisches Exposé mit Fotos – die Anfragen kamen, aber die meisten Interessenten sagten nach der Besichtigung ab. Grund: Die Raumaufteilung war auf Fotos nicht nachvollziehbar, und viele hatten sich etwas anderes vorgestellt.
Nachdem wir einen 360° Rundgang erstellt hatten, änderte sich das Bild. Die Anfragen wurden weniger, aber dafür konkreter. Ein IT-Dienstleister, der remote arbeitet und nur gelegentlich Besprechungsräume braucht, erkannte sofort: Die Aufteilung passt perfekt. Er kam einmal vor Ort, unterschrieb zwei Wochen später. Leerstandszeit: fünf Wochen statt der vorherigen drei Monate bei vergleichbaren Objekten.
Was ich daraus mitnehme: Der Rundgang hat nicht mehr Interessenten gebracht – er hat die richtigen gebracht.
Checkliste: So setzen Immobilienverwalter virtuelle Touren effektiv ein
Ein 360° Rundgang ist kein Selbstläufer. Damit er die Leerstandszeit wirklich verkürzt, sollten Sie ihn gezielt einsetzen:
- Rundgang prominent im Exposé platzieren: Nicht als Zusatz, sondern als Hauptelement. Der Link sollte in der ersten E-Mail an Interessenten stehen.
- Auf Immobilienportalen einbinden: Die meisten Plattformen unterstützen Matterport-Touren. Nutzen Sie das – Anzeigen mit virtuellem Rundgang werden häufiger angeklickt.
- Vor der Besichtigung verschicken: Bieten Sie an, dass Interessenten sich vorab digital umsehen. Wer dann kommt, ist besser vorbereitet.
- Auch nach der Vermietung nutzenbar: Der Rundgang kann als Bestandsdokumentation dienen oder bei künftigen Vermietungen wiederverwendet werden, wenn sich baulich nichts ändert.
- Ehrlich bleiben: Zeigen Sie die Fläche, wie sie ist. Mängel oder Besonderheiten werden sowieso bei der Besichtigung sichtbar – lieber vorher transparent kommunizieren.
Für wen lohnt sich ein Rundgang besonders?
Nicht jede Gewerbefläche braucht zwingend einen virtuellen Rundgang. Bei sehr kleinen Einheiten – ein einzelnes Büro mit 20 Quadratmetern – reichen oft gute Fotos. Richtig wirksam wird die Investition bei:
- Größeren Flächen ab 100 Quadratmetern mit mehreren Räumen
- Objekten mit besonderer Aufteilung oder Altbaucharakter, die schwer zu fotografieren sind
- Hochpreisigen Lagen, wo Mieter hohe Ansprüche haben und überregional suchen
- Immobilien, die länger leer stehen und bei denen klassische Vermarktung nicht greift
Leerstand kostet mehr als ein Rundgang
Eine Investition in einen 360° Rundgang rechnet sich bereits, wenn sie die Leerstandszeit um wenige Wochen verkürzt. In Karlsruhe und Umgebung erlebe ich regelmäßig, dass Vermieter und Verwalter zögern – nicht weil sie den Nutzen anzweifeln, sondern weil sie virtuelle Touren für aufwendig halten. Dabei ist der Prozess überschaubar: Termin vereinbaren, ich scanne die Fläche vor Ort, zwei bis drei Tage später ist der Rundgang online.
Wenn Sie eine Gewerbefläche haben, die gerade leer steht oder demnächst frei wird, lohnt sich ein unverbindliches Gespräch. Ich schaue mir an, ob ein Rundgang in Ihrem Fall Sinn macht – und wenn nicht, sage ich das auch ehrlich. Manchmal reicht ein gutes Exposé, manchmal braucht es mehr. Das lässt sich am besten im direkten Austausch klären.
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